Belletristik

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18.06.2011:

Hometown-Session

Jimmy Kelly & Band am 20. Mai 2011

Drehleier München

 Es ist Freitag, der 20. Mai 2011 und ich befinde mich pünktlich am Bahnhof meines Wohnortes und warte etwas unruhig auf den Zug, der mich nach München bringen wird. Es ist ein schöner Tag. Die Sonne scheint, es ist warm, die Luft ist trocken und ich freue mich über die Tatsache, dass ich meine Klamottenwahl vollkommen richtig getroffen habe. Mein braunes Lieblings-Longshirt, schwarze Leggins und meine kleinen schwarzen Lieblings-Ausgehschuhe. Die Haare offen und ich weiß zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass ich mir noch wünschen werde, ich hätte ein Haarband mitgenommen. Denn es wird im wahrsten Sinne des Wortes HOT heute Abend. Der Blick nach Links, in Richtung München, allerdings verheißt nichts Gutes. Dunkelblaue fast schon schwarze Wolken hängen am Himmel über der City. Eine Dame telefoniert neben mir und ich lausche dem Gespräch. In München regnet es, ach was sage ich...es schüttet aus Kannen, erfahre ich so. Positiv denkend rede ich mir ein, dass es sich bis zu meiner Ankunft dort wohl ausgeregnet haben wird. Ich behalte recht und erreiche nach einer guten halben Stunde Zugfahrt ein feuchtes aber bereits wieder sonniges München. Aufgeregt nehme ich die S-Bahn in Richtung Ostbahnhof. Ich krame aus meiner Handtasche den kleinen Stadtplan heraus und checke noch einmal mein Ziel. Theater Drehleier in der Nähe vom Rosenheimer Platz. Es ist Freitag Abend und die Bahnen sind voll von Menschen verschiedenster Art. Ich frage mich ob wohl Einige von Denen das gleiche Ziel haben, wie ich. Nach kurzer Fahrt erreiche ich den Rosenheimer Platz und befinde mich auf dem Weg zur Drehleier. Der Weg dorthin ist gesäumt von Kneipen aller 2 Meter, Spielotheken und einem unschönem Geruch. Der Vergleich eines vollen Müllwagens wäre wohl passend. Mister Kelly wählt aber auch die schönsten Ecken von München. Ich gehe zügigen Schrittes und paffende Menschen, die das Nachtleben von München in den gefühlten Tausend Straßenkneipen einläuten, säumen meinen Weg. Schon nach ca. 10 Minuten Fußmarsch erreiche ich das Theater. Ein kleines unauffälliges Gebäude gesäumt von einem Hotel zur Linken und einer Bar zur Rechten. Vor dem Eingang stehen schon ein paar Leute und mir sticht sofort das große Tourplakat ins Auge. Jimmy Kelly & Band heute Abend ab 20.30Uhr – Karten an der Abendkasse, heißt es dort. Nichts wie rein. Mit etwas beschleunigtem Puls betrete ich einen Vorraum in dem zwei Aufsteller mit vielen Flyern platziert sind und eine Art Garderobe. Durch eine zweite Tür gelange ich in einen weiteren Raum, wo ein beleibter, äußerst freundlich lächelnder Mann hinter einem Stand mit der Aufschrift „Kasse“ steht. Ich gehe auf ihn zu und erkläre ihm, dass ich eine Karte reserviert habe. Auf einer Liste sucht er nach meinem Namen und händigt mir sogleich meine Eintrittskarte aus. Ich bedanke mich und er wünscht mir viel Spass. Wie sehr ich mir den selbst wünsche, lässt sich kaum in Worte fassen. Hinter seinem Stand befindet sich der Eingang zum Theater. Lautes Stimmengemurmel ist zu hören und gedämpftes Licht ist darin. Gleich links an der Tür steht Sven mit dem Merchandise-Stand. Schlüsselbänder, Tassen und Cds können dort sehr Preisgünstig erstanden werden. Im Moment habe ich dafür noch keinen Kopf denn ich lasse die Wirkung des Raumes und die Atmosphäre auf mich einströmen. Ich befinde mich also in einem großen Theaterraum ähnlich eines Tanz-Saales. Rechts an der Wand befindet sich die Theke und ringsherum an den Wänden des Raumes sind Plateaus mit Sitzgelegenheiten. Der Raum ist gefüllt mit großen Tischen und bereits vielen Menschen daran sitzend. Menschen jeden Alters. Ich erblicke einen Tisch mit älteren Herrschaften, die sich angeregt unterhalten und wohl nicht weniger aufgeregt zu sein scheinen als ich. Direkt vor mir sitzt eine kleine Familie mit einem kleinen Mädchen. Schätzungsweise ist das Päärchen ca. in meinem Alter. Ich überlege nicht lange und frage ob ich mich dazu setzen kann. Ich kann. Fast Zeitgleich setzt sich noch eine Junge Frau dazu, die, wie ich, alleine hier ist. Wir kommen prompt ins Gespräch. Fragen wie: „Wie lange bist du schon Fan?“, „Auf wie vielen Konzerten warst du schon?“, „Wo kommst du her?“ werden gestellt und so erfahren wir ein wenig übereinander. Auch sie hat bisher noch nichts von Jimmy gehört oder das Album von ihm. Beide wählen wir also bewusst die Überraschungs-Variante. Wie beim Angelo-Konzert im Dezember 2009 möchte ich völlig „unbefleckt“ in diesen Abend gehen und mich hoffentlich mitnehmen lassen auf eine ausgeschriebene „Hometown Session“. Wir bestellen Getränke und ich wähle mein obligatorisches Radler. Ich bin voller Vorfreude und fühle mich wohl. Diese Stimmung in diesem Raum ist einzigartig. Kein Anzeichen auf wildes Konzert-Feeling. Stimmig, gesellig und heiter. Ein weiteres Pärchen setzt sich zu uns an den Tisch. Allgemein fällt mir auf, dass viele Pärchen hier ihren Platz finden, ganz gleich in welchem Alter. Schräg hinter mir sitzt zum Beispiel ein ganz Junges, Schätzungsweise zarte 18. Unglaublich, dass sich hier wirklich alle Altersklassen einfinden. Wem gelingt das als Musiker heutzutage schon noch? Diese Tatsache verspricht mir insgeheim schon zu diesem Zeitpunkt, dass es ein ganz besonderer Abend werden wird. Eine halbe Stunde vor Konzertbeginn nutze ich die Zeit, um mir Draußen ein Zigarettchen zu gönnen. Die frische und vom Regen feuchte Abendluft beschert mir eine Gänsehaut doch es wird nicht die letzte an diesem Abend gewesen sein. Pünktlich um 20.30Uhr betritt Sven die Bühne und sogleich krame ich Zettel und Stift aus meiner Tasche hervor. Noch unwissend, dass meine zwei lächerlichen Zettelchen für soviel Input an diesem Abend nicht ausreichen werden. Das Licht ist nahezu gelöscht. Nur die Scheinwerfer auf der Bühne leuchten. Kinofilmstimmung macht sich breit und ich rutsche auf meinem Stuhl etwas nervös hin und her. Er heißt uns herzlich Willkommen und erklärt uns schnell ein paar Spielregeln. Filmen verboten genauso wie Fotografieren, das übliche also. Ebenso hofft er, dass München sich als Publikum heute Abend entgegengesetzt seines Rufes verhalten wird und wünscht uns viel Spass mit Jimmy Kelly und Band. Jimmy Kelly itself betritt sogleich die Bühne. Traditionell begrüßt er sein Bayrisches Publikum mit einem „Servus“ und „Griaß di“.  Er freut sich hier zu sein, berichtet er uns und teilt uns mit, dass er zwei Nachrichten für uns hätte. Eine Gute und eine Schlechte. Nachdem das Publikum nahezu einstimmig entschied zuerst die schlechte Nachricht hören zu wollen, teilt er uns mit etwas Traurigkeit in der Stimme mit, dass Meike heute Abend nicht dabei sein kann. Ihr Vater sei Krank geworden und er musste sogar ins Krankenhaus. Seine Frau, also Meikes Mutter, passt normalerweise immer auf die Kinder auf, wenn sie am Wochenende auf Tour sind. Doch verständlicherweise ist sie zur Zeit nicht in der Lage also bleibt Meike bei den Kids. Unbewusst schicke ich ein kleines Stoßgebet für Meikes Vater gen Himmel. Hoffentlich wird alles gut. Es ist still im Raum und es scheint ein wenig die Luft zu stehen doch Jimmy reist sofort die Stimmung ins Entgegengesetzte. „Und die gute Nachricht ist, ich bin da.“ sagt er mit einem breiten Lächeln auf den Lippen. Sofort erheitert sich der Saal. Einige Leute klatschen und pfeifen. Unermessliche Vorfreude macht sich breit und ich lehne mich zurück und achte nur auf diesen Mann auf der Bühne. Er beginnt mit einem irischen Song mit dem Titel „Low Land“. Ein ruhiger, bedachter Song. Es ist erstaunlich, wie ruhig und gewählt seine Sprechstimme im Vergleich zu seiner Singstimme ist. Er setzt unheimlich viel Kraft und Energie, ich würde fast schon von einer Art Magie sprechen, in seinen Gesang. Und über all dem steht die riesige Masse an Gefühl, die dieser Mensch in der Lage ist in jedes Wort eines Songs zu legen. Schon mit dem ersten Ton hat er mich. Ich werde locker und jegliche Anspannungen oder Anflüge von Angst, die Erwartungen könnten eventuell nicht befriedigt werden, verfliegen. Der zweite Song ist ein französischer Titel und mit dem dritten ist bereits der ganze Saal am klatschen. „Old Dan Tucker“ lässt Köpfe, Füße und sämtliche beweglichen Körperteile im Saal mitwippen und die Stimmung ist einfach nur magisch. Familiär, vertraut, nahezu intim. Es ist ziemlich heiß im Saal und es herrscht eine dampfige Luft. Auch Jimmy bemerkt dies und lässt „die Hüllen fallen“. Er trennt sich von seinem wohl typischsten Kleidungsstück, dem blauen Karohemd. „Es ist so warm hier drin, Leute. Ich muss mich einfach ausziehen. Aber keine Angst, dass ist das Letzte, was ich heute ausziehe.“ sagt er mit einem breiten Grinsen. Dabei fällt ihm anscheinend auf, dass er bereits ohne ein ebenfalls wichtiges Kleidungsstück auf die Bühne kam. Er zeigt uns seine Schuhlosen Füße und so ganz nebenbei sein riesiges Loch im schwarzen Socken. Ich kann nicht mehr vor Lachen, ebenso das restliche Publikum. „Eine Maus ist an mir vorbei gekommen, als ich ein Nickerchen gemacht habe und hat gedacht, ‘Da ist Käse, da muss ich mal ein bisschen knabbern‘.“ versucht er zu erklären. Das Publikum johlt und lacht. Aber der Grund für seinen Socken-Auftritt sei, dass Florent, Maites Mann, ihn schon Wochenlang nervt. Florent hat einen Bekannten, welcher Inhaber eines Schuhgeschäftes ist. „Und seitdem ruft Florent jeden zweiten Tag bei mir an und will mich dahin schleppen. ‘Jimmy, du brauchst diese neuen Schuhe auch unbedingt. Die mit der runden Sohle. Das ist gut für deinen Rücken.‘ also bin ich irgendwann mal mitgegangen und hab mir 3 Paar von diesen Dingern andrehen lassen. 200EUR das Paar und ich dachte mir, wenn ich sie nicht trage dann lasse ich Maite darauf unterschreiben und verkauf sie einfach wieder bei ebay. Also schaut demnächst mal rein.“ erklärt er uns bevor er den nächsten Song anstimmt. „Madre Tan Hermosa“ ist nun auch der erste alte Kelly-Hit, den viele wiedererkennen. Das Bild, auf dem alle Kelly-Mitglieder diesen Song singen, öffnet sich unaufgefordert vor meinem geistigen Auge. Es sind eben genau diese Songs, die mit zahlreichen Erinnerungen verknüpft sind und tiefer verankert sind als man glauben mag. Es dauert ewig bis er diesen Song richtig anspielen kann denn er verspielt sich schätzungsweise 6-7 Mal zu Beginn des Songs. Aber Jimmy wäre nicht Jimmy, wenn er nicht auch dafür eine Erklärung parat hätte. Seine Gitarre hat sich nämlich, aufgrund der Hitze im Raum, verstimmt und er muss sie erst neu einstellen. Es langweilt mich nicht im geringsten denn ich liebe es Musikern bei der „Arbeit“ zuzuschauen. Es fasziniert mich immer wieder, wie akribisch und voller Perfektion sie das tun, was so einfach aussieht und was vor allem das ist, was sie am liebsten tun und daher alles hineinlegen. Beim nächsten Song wird Johannes, der Kontrabassspieler, perfekt in Szene gesetzt. Denn der Junge kann nicht nur Kontrabass spielen sondern auch das sogenannte Susaphon. Ein Monstrum von einem Instrument. Vergleichbar vielleicht am Ehesten mit einer Tuba nur noch viel größer. Es verleiht dem Song eine tiefe Bass-Begleitung und einen Hauch von Marschmusik. Es harmoniert perfekt in den nächsten Songs und schließt mit einem tollen Stimmungshit inklusive Drum-Einlage von Jimmy und atemberaubendem Geigen-Solo von Bärbel. Diese Frau ist einfach der absolute Megahammer. Virtuos beherrscht sie ihr Instrument und allgemein scheint eine Art unsichtbare Verbindung zwischen allen zu bestehen. Ohne Worte, ohne Zeichen einfach aus purer Intuition fügen sich die Klänge ihrer einzelnen Instrumente zu einem Ganzen zusammen. Perfekt. Nach „Texas Rivers“ folgt ein französischer Song, gewidmet für Patricia. Denn dieser Song erinnert Jimmy an die Zeit, als sie als Familie in Frankreich lebten. Doch bevor er diesen Song spielen kann, versagt die Gitarre ganz und gar ihren Dienst. Während Britta (die auch auf der Homerun DVD zu sehen ist) und Sven diese kleine Panne beheben erzählt uns Jimmy eine kleine Hometown-Story aus Frankreich. „Unser Vater hat uns immer gequält und uns jeden Morgen mit seiner Mönchsmusik geweckt. Er kam dann immer von der Kneipe, ihm ging es nicht gut damals. Er hatte schwere Alkoholprobleme nach dem Tod unserer Mutter. Es war eigentlich eine unschöne Zeit. Aber im nachhinein kann ich darüber lachen, wie unser Vater sich Morgens um 6Uhr taumelnd im Wohnzimmer zu seiner schrecklichen Mönchmusik hingab und wir Kinder somit ganz freiwillig aus den Betten krochen. Unser Vater hat damals sehr darauf geachtet, dass wir nicht viel von dieser kommerziellen Musik mitbekamen. Wir waren ja sowas wie Hippies. Bruce Springsteen, wer war das? Doch erst vor kurzem erfuhr ich von Patricia, dass sie damals heimlich Michael Jackson hörte. Sie hatte eine Platte von Michael Jackson und das im Haus unseres Vaters! Unglaublich!“ Mit diesem und einem weiteren Song wird die erste Konzert-Runde beendet und das Licht im Saal wird langsam erhellt. Ich nutze die kleine Pause um frische aber vor allem kühlere Luft draußen zu schnappen. Es haben sich schon einige versammelt und ich lausche Gesprächen über den bisherigen Verlauf des Konzertes. Durchgängig positive Stimmen. So auch meine. Ein Mann mittleren Alters spricht mich an und erkundigt sich über meine Meinung über das Konzert bisher. Schnell wird mir klar, dass er weniger an meiner Meinung interessiert ist sondern vielmehr sein doch eher lückenhaftes Wissen über sämtliche Mitglieder der Kelly Family kund tun möchte. Ich verkneife es mir ihn zu berichtigen oder gar zu widersprechen. Ich lasse ihn erzählen und versuche interessiert klingende „Ahas“ und „Achsos“ von mir zu geben. Er erzählt solange auf mich ein, bis wir die ersten Takte der zweiten Runde von drinnen hören. Abrupt bricht er sein oberschlaues Gesülz ab und wünscht mir weiterhin viel Spass. Ich lächle noch kurz und nicke ihm im Gehen hinterher. Na Gott sei Dank. Mit einem flotten Einsteiger eröffnet Jimmy Kelly & Band also den zweiten Teil des Abends. Ich kann mich kaum auf meinem Stuhl halten und klatsche begeistert mit und stampfe mit den Füßen im Takt. Mit dem nächsten Song schlägt er wieder ruhigere Töne an, um die folgenden Zwei noch peppiger und schneller anzustimmen. Die ersten im Publikum stehen auf und lassen sich einfach mitnehmen. Mit dem Takt, der Musik und der Magie. Die Art von Magie, die nur ein Musiker verbreiten kann. Wenn es dich packt und du fernab von allem zu sein scheinst und einfach nur bist. Du dich als absoluter Empfänger fühlst, getragen von den Klängen, die deine Ohren erreichen. Wenn du einfach nur sein kannst und, wenn auch nur für einen kurzen Moment, du das Gefühl hast unbeschwert zu sein. Befreit. Selig. Und dazu spielt dir Jimmy Kelly den wunderschönen Gospel „Marry Don’t You Weep“...dann scheint für mich persönlich die Welt einen Moment zu stehen. Im Anschluss folgt „Only Our Rivers Run Free“ und er möchte diesen Song Maite widmen. „Wie ihr sicherlich wisst, hat Maite ‚Let’s Dance’ gewonnen.“ Sofort wird applaudiert. „Eigentlich war Maite nie meine Lieblingsschwester. Das war immer Barby. Doch ich möchte ihr diesen Song heute widmen weil sie das getan und erreicht hat, was sie wirklich wollte. Es war großartig sie Live tanzen zu sehen und sie dabei zu unterstützen.“ Er singt diesen Song mit einer solchen Hingabe und soviel Gefühl, dass es mir unheimlich schwer fällt es auch nur annähernd in Worte fassen zu können. Ein Mann im Publikum fasst es nach erklingen des letzten Tones in einem Wort und wohl für alle zusammen und ruft „Traumhaft!“. Ein wunderbarer Moment denn auch Jimmy ist von diesem passendem Statement berührt. Er bedankt sich und sagt: „Es ist schön so etwas auch mal von einem Mann zu hören. Es berührt mich immer wieder so sehr und ich möchte euch allen an dieser Stelle Danken. Dafür, dass ihr heute hierher gekommen seit. Ich finde es immer ergreifend, wenn ich für das, was wir hier tun, nämlich unseren Job, von euch Applaus bekommen und ich sehe es keineswegs als Selbstverständlich an. Andere Menschen arbeiten in Büros und wenn sie Abends nach Hause gehen da stehen keine 200 oder 300 Leute, die applaudieren und ihre Arbeit auf diese Weise honorieren. Ich Danke Gott dafür, dass ich das tun kann, was ich möchte und was mir am meisten Spass bereitet und dafür, dass ich eure Begeisterung erhalte und euren Applaus. Danke.“. Amen. Bei den letzten vier Songs hält es nun endgültig Keinen mehr auf den Sitzen. Der ganze Saal tanzt und klatscht zu „Good Neighbour“ und „Wearing Of The Green“ sowie zwei weiteren Stimmungskrachern. Alles tobt und feiert. Die Handflächen brennen vom klatschen doch es ist toll. Ausgelassen und energiegeladen feiern ca. 300 Menschen dieses grandiose Finish. Zeitgleich mit dem letzten erklingendem Ton werden die „Zugabe-Rufe“ angestimmt. Schließlich warte nicht nur ich gebannt auf „Cover The Road“ und „NaNaNa“. Jimmy lässt nicht lange auf sich warten und betritt noch einmal die Bühne für eine wunderschöne Version von „Cover The Road“. Immer noch stehen alle im Saal und lauschen gebannt den sanften Klängen des Songs. Ein leises Murmeln der mutigen Mitsinger schwelgt mit und verleiht dem Ganzen einen Sound, der mir eine Gänsehaut sondergleichen verschafft. Mit „NaNaNa“ setzt es dem Abend die goldene Krone auf. Ich möchte behaupten alle aber wirklich alle im Raum singen diesen Song von der ersten bis zur letzten Zeile mit. Laut und voller Power. Ich möchte weinen. Nicht, weil ich traurig bin sondern vor Überwältigung. Weil es genau das ist, was Musik bewirkt. Es füllt mich mit all dem, was übersinnlich und abstrakt erscheint. Schließt sämtliche offene Stellen in mir. Macht mich Ganz. Bewirkt in mir ein Gefühl zu erleben, was meiner Definition von Freiheit am nächsten kommt. Mit zitterndem Kinn und bebender Stimme singe ich die letzten Worte mit...“So take me back to the land of yours where the black swan loves the one I lost. My generation sings with the radio on the melody of the human doll…Nanana Nanananana…”. Minutenlanger Beifall folgt und mit dem allerletzten Song geht moch einmal der ganze Saal mit. Jimmy fordert uns zum Mitsingen auf. „Es ist ganz einfach. Ihr singt einfach immer „Eieieiei Lalala“.“ Na dann. Nun singt also das ganze Publikum seinen eigenen Song während sich die Musiker auf der Bühne nacheinander verabschieden. Johannes begleitet uns mit seinem riesigen Susaphon am längsten. Doch auch als er sich verneigt und die Bühne verlässt, singen wir noch lange weiter. Solange bis das Licht langsam wieder hochgefahren wird und sogleich ein nochmals minutenlanger tosender Applaus folgt. München ist ein großartiges Publikum. Nur langsam setzen sich die ersten und der Stimmenpegel erhöht sich. Die ersten Bedienungen kommen an die Tische und kassieren die Gäste ab. Ich verharre noch einen Moment. Ich allein mit diesem Gefühl. Der Raum beginnt sich zu leeren und auch ich entscheide mich erst mal für frische Luft. Doch schnell suche ich wieder den Saal auf und suche mir ein stilles Eckchen gleich neben Svens Merchandise-Stand. Es befinden sich mittlerweile nur noch ca. 50 Leute im Raum und diese scheinen, genauso wie ich, darauf zu hoffen, dass Jimmy noch einmal rauskommt. Wir werden nicht enttäuscht. Aber ich warte. Bin kein Fan von Anstehen oder Drängeln. Bestehe irgendwie darauf keine 20 Leute um mich rum stehen zu haben, während ich ihm mein kleines Präsent überreichen möchte. Außerdem missfällt es mir grundsätzlich Irgendjemandem auf die Pelle rücken zu müssen. Also warte ich. Und so ganz nebenbei stelle ich fest, dass das die Beste Entscheidung ist. Pausen-Plauder-Freund und sich-selbst-am-liebsten-reden-Hörer quatscht doch tatsächlich Sven voll und versucht aus ihm Infos zu locken. Ich spitze die Ohren und bin gespannt, wie ein Regenschirm. „Angelo? Der ist zur Zeit wieder hier in Deutschland und hat seine Auszeit abgeschlossen. Ich treffe mich in letzter Zeit oft mit ihm und er kommt sogar und wir sind dabei etwas zusammenzustellen. Angelo ist Perfektionist und das ist ja auch gut so aber daher dauert eben alles seine Zeit. Und Zeit ist bei den Kellys relativ. Es wäre nicht das erste Mal, wenn eigentlich schon alles steht und dann doch wieder umgeworfen wird. So ist er halt. Es kann ganz schnell gehen aber es kann auch noch dauern, bis er etwas bekannt geben wird. Schau einfach immer mal auf seiner Homepage nach.“ Insgeheim tut mir Sven eigentlich leid, dass dieser Typ ihm da so direkt die News aus dem Kreuz leiert. Aber ich kann mich auch nicht dazu animieren wegzuhören. Er wird auch nach Barby gefragt. „Ich hab sie vielleicht zweimal in meinem Leben gesehen. Ich weiß nicht, was sie macht.“ Tja und dann wurde es interessant. (Zur Zwischeninfo: Mister Oberschlau wusste noch nicht einmal, dass Paddy bereits eine Homepage besitzt und aus dem Kloster ausgetreten ist.) „Paddy ist zur Zeit mehr oder weniger auf Tour. Auch in Deutschland ist was geplant. Zwar nicht in naher Zukunft aber es steht in Planung. Erstmal ist er Europaweit unterwegs und danach ist größeres in Deutschland geplant.“ Sofort machte sich ein perverses Lächeln auf meinem Gesicht breit. Auf die Frage ob Paddy wieder seine Rock-Musik macht, so wie zu seiner Solo-Album-Zeit, oder ob er seine Mönchsmusik runterleiert, gibt Sven folgende Antwort: „Naja, es ist schon alles in die Glaubensrichtung aber weshalb sollte es deshalb nicht rockig sein?“. Innerlicher Jubel macht sich unaufgefordert in mir breit. Jimmy hält sich mittlerweile schon ziemlich lange bei anscheinend Bekannten auf und schwatzt mit ihnen. Ich ergreife also meine Chance und geselle mich zu den nur noch 4-5 Leuten um ihn herum. Er ist schon fast am Gehen und ich spreche ihn an. Ich bitte ihn nur darum mein kleines Präsent anzunehmen. Erkläre ihm die Herkunft und erzähle ein bisschen von unserem kleinen Forum. Er betrachtet es lange und mit großem Staunen. Nach einer langen fast schon unangenehmen Pause schaut er mich an und sagt: „Vielen lieben Dank dafür.“. Dabei streicht er mir fast schon freundschaftlich über die Linke Schulter und ich sage nur: „Sehr gerne.“. „Komm gut nach Hause.“ sagt er mir noch und ich wünsche ihm noch einen schönen Abend und verlasse, wie in Trance, den Saal. Auf dem Weg zurück zur U-Bahn und zum Hauptbahnhof philosophiere ich mit mir selber über den Abend und darüber welche Message wohl hinter „Hometown-Sessions“ steht. Noch immer verzaubert und randvoll gefüllt mit Glückseligkeit, die ihresgleichen sucht, komme ich um 2.30Uhr zu Hause an und stelle abschließend fest: Home is NOT Only where your heart is. Home ist, wo du DU sein kannst. Aber vor allem, wo du das tun kannst, was dir am meisten Spass macht. Was dich am meisten ausfüllt. Was dich glücklich macht. Was dich Frei macht. Ungemessen an Orten oder Menschen.

(c) Vernice

12.05.2010:

         

 

Kathy-Konzert am 04.05.2010 in Bad Neuenahr

 meine freundin ulla und ich kamen wiedermal viel zu früh zum auftrittsort, aber das war mein glück, denn als wir im kurpark ankamen, lief kathy uns über den weg und begrüßte uns beide freudestrahlend. sie gab mir die hand.dann mußte sie aber weiter,zu einem meet and greet. dann gingen ulla und ich in den lesesaal des kurortes um uns auszuruhender lesesaal war direkt an dem saal wo kathy hinterher auftreten sollte. also konnten wir kurz darauf einen kurzen soundcheck beobachten. um kurz nach halb 8 ging es dann los. sie wollte erst die falsche treppe zur bühne hochnehemn, aber nachdemm sie den richtigen weg genommen hat legt sie auch los.sie sang alles was so in ihrem reportoire ist:(nay no nay, father´s nose, sister,sister,) bei moorigan gingen die fans richtig mit. dann meinte sie wer die "irischen segenswünsche "kennt könne sie ja mitsingen. das habe ich dann auch gemacht hatte aber einen texthänger in der ersten strophe  und sie hat es gehört (weiß der geier wieso) und hat gelacht.das konzert endete mit "glory halleluja" und war echt toll. nach einer kurzen pause kam sie wieder und hat sich zeit genommen zum autogramme schreiben und fotos machen. außerdem konnte ich ihr sagen das mein krebs iímmernoch stillsteht, da hat sie mir freudestrahlend was von "mental power"erzählt. das finde ich so toll an ihr das sie immer wissen will wie es mir geht. und bei ihr ist es ehrlich gemeint und nicht nur so pro forma und das merkt man.

(c) ela

 

         

20.03.2010:

hier ist der bericht vom Kathy-Konzert von gestern, 14.03.2010 in köln

also ich war wie immer 2 std zu früh da, durfte aber sofort in die Kirche, und konnte dem Chor zusehen und hören, das war schon toll. Dann ging plötzlich die Türe auf zur Sakristei und Kathy kam raus und setzte sich am anderen Ende meiner Sitzbank. hm und da sass sie nun und ich habe mich gefragt: was nun ansprechen oder nicht? da ich mir überlegt habe das sie wohl ihre ruhe vor dem konzert haben wollte habe ich sie nicht angesprochen, was ich hinterher ein bisschen bereut habe, aber ich wollte sie nicht stören.

pünktlich um kurz nach 18 Uhr ging es dann los mit dem Gospelchor und nach einer geschätzten halben stunde kam sie dann endlich und sang. ua. Nay no nay. und sister sister. und einiges aus ihrem spanischen reportoire. dann kam wieder der tolle Gospelchor und dann kam sie wieder und meinte plötzlich das sie vorhin überrascht worden sei und das sie denjenigen jetzt auch überraschen wolle und dann stand Michael Hirte mit ihr auf der Bühne und die beiden rockten zu "Knocking on heavens door" die Kirche. das konzert endete mit kathy und dam Chor die amazing grace sangen. dann ging kathy doch sie mußte noch zu 2 zugaben wiederkommen. da sang sie auch endlich die "irischen segenswünsche" das lied ist echt toll.

nachdem das konzert zu ende war ließ sie nicht lange auf sich warten und gab autogramme und hat sich kurz mit mir unterhalten. das war echt ein gelungener abend und ich hoffe ich seh sie bald wieder.

(c) ela

10.03.2010:

hier ein bericht vom kathy-konzert in iserlohn

ich bin wie üblich ein paar stunden vor dem einlass vor der kirche gewesen und durfte zu meiner überraschung auch sofort rein in die Kirche. Kathy war schon mit dem Soundcheck beschäftigt, grüßte mich aber ganz nett. Da sie ja an diesem Tag Geburtstag hatte, habe ich ihr einen kleinen Kuchen und ein Geschenk mitgebracht. Auf dem Kuchen habe ich dann auch eine Kerze gehabt die sie mir zulieben auch ausbließ.

Na ja und um 19:00 Uhr fing das Konzert dann auch an. Sie hatte einen Shantychor an ihrer Seite die zuerst sangen und dann kam sie und wurde von uns begrüßt, irgendwann kam dann der Chorleiter und hatte einen großen Strauß Blumen dabei und er meinte das sie heute geburtstag habe und dann sangen wir alle "happy birthday" für sie. Sie hat sich ganz schüchtern bedankt und meinte das sie noch nie so ein tolles geburtstagsständchen bekommen habe. noch nicht mal von ihrer Family. Na ja und dann legt sie los. Sie sang z.B. Exotus und baila ninita mia. Na und dann holte sie Christian Fuchs auf die Bühne und die beiden sangen die "irischen Segenswünsche" nach der Pause sang dann wieder der Chor und dannn kam sie. Als sie dann "Moorigan" sang brachte sie die Kirche zum kochen, sie meinte sie wolle uns hören und sagte nach dem 2ten mal:Lauter ich kann euch nicht hören" nach dem 3ten refrain:"ich höre auch immernoch nicht" na und ann wurde es richt ig laut. zum schluß gabs dann "amazing grace" mit chor. das ganze konzert war echt toll.

nachher hatte ich noch gelegenheit mit ihr zu reden und ihr mein geschenk zu geben. sie war sehr traurig das es mir nicht gut ging, hat mir aber versprochen an mich zu denken wenn ich am donnerstag wieder zur krebskontrolle muß.

(c) ela

27.01.2010:

kathy in Ahlen

ich war am samstag mit meiner freundin ulla in Ahlen.wir waren wie üblich zu früh aber kathy war schon fleißig souncheck machen, der harte kern der fans die man öfter trifft war auch schon vor der kirche.
um 19:00 Uhr startete das konzert mit dem gospelchor"voies of joy" die waren aber nicht so gut, die haben teilweise die lieder langsamer gesungen als sie eigentlich sind. nach 5 liedern kam dann endlcih kathy auf die bühne. sie sah gut aus und lachte. sie legte dann auch gut los.Kathy sang einige lieder aus ihrem reportoire "amazing grace" the rose", aber auch balladen von ihren cds, wenn sie dann zwischendurch spanische lieder einstreute wie Nay no nay dann rockte die kirche.
nach einigen liedern machte sie eine kurze pause. in der pause ging der kollektenbeutel rum und es wurde uns vom pfarrer mitgeteilt das kathy auf einen teil ihrer gage verzichtet und das geld nach haiti gespendet wird.
im zweiten teil, legt sie wieder voll los und forderte immer wieder das publikum auf zum mitsingen und klatschen.ruhiger wurde es dann bei "Gott deine Kinder" aber laut und wild wurde es bei Morrigan und bei fathers nose rockte die kirche.
zu den irischensegenswünschen wurde es dann aber wieder stiller, zum abschluß sang sie dann noch "oh happy day
nach ca 2 std war dann schluß und sie verließ schnell die bühne und einige sind sofort hinter ihr her und das fand ich dann nicht gut, denn sie brauchte mal 10 min für sich sie mußte z.b. mal auf die toilette, aber mache "fans" sind halt so. nach einiger zeit kam sie wieder und dann auch direkt zu mir. sie wollte wissen wie es mir geht und sie hat sich super darüber gefreut das mein krebs im moment zum stillstand gekommen ist und als ich ihr dann versprochen habe, im märz nach köln wieder zu kommen hat sie sich gefreut, dann haben wir uns noch um armt und fotos gemacht und dann mußte ich nach hause.

(c) Ela

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